KfW-Investbarometer September 2010 erwartet einen Wachstumsschub – Können die Banken die steigende Kreditnachfrage befriedigen?

Die KfW erwartet wegen des enormen Schwungs im Frühjahr und Sommer (sowie der Aufwärtsrevision der Vorquartale) ein Wachstum beim BIP im Gesamtjahr 2010 um 3,6 % gegenüber dem Vorjahr. Der gesamtdeutsche Rekord aus dem Jahr 2006 dürfte damit übertroffen werden.

Infolge des überraschend kräftigen Wachstumsimpulses bildete sich die Unterauslastung der Produktionskapazitäten auch viel schneller zurück als bislang erwartet. Dies verbessert die Perspektiven für die Unternehmensinvestitionen: 2010 dürften sie um 7,8 % gegenüber dem Vorjahr zulegen, 2011 dann um 6,0 %.

Die für das 3. Quartal 2010 erwartete Fortsetzung der Erholung wird sich auch in einem weiterhin kräftigen Wachstum der Investitionstätigkeit zeigen. Nicht zuletzt die aktuell hohe Exportdynamik stabilisiert die Erwartung verbesserter Absatzchancen. Dazu tritt, dass sich die Kapazitätsauslastung mit dem Wachstumsschub aus dem 2. Quartal erstmals wieder in der Nähe des Normalbereichs befindet. Damit dürften auch Erweiterungsinvestitionen für einzelne Unternehmen und Branchen wieder interessanter werden. Vor allem aber wird das Wachstum der Unternehmensinvestitionen weiter von Aufholeffekten geprägt sein: Ersatz- und Rationalisierungsmaßnahmen, die in der Krise aufgeschoben wurden, werden nun bei verbesserter Auftrags-und Stimmungslage realisiert. Es ist insbesondere dieser Effekt, der zu den aktuell hohen Wachstumsraten führt. Insgesamt dürfte sich die Investitionstätigkeit mit Wachstumsraten etwas unter dem aktuell sehr guten Tempo zunächst fortsetzen. Auch das Schlussquartal 2010 dürfte stark bleiben, da zum Jahresende die zur Krisenbekämpfung eingeführten günstigeren Regeln zur degressiven Abschreibung auslaufen und so zu einem Vorzieheffekt im 4. Quartal führen werden.

Ist das Kreditgeschäft für die Banken nach Basel III noch attraktiv?

Die deutschen Banken warnen bereits vor dramatischen Folgen der geplanten schärferen Eigenkapitalregeln. Die Sparkassen sehen ein Drittel ihrer Kundenkredite in Gefahr. Die derzeitigen Vorschläge des Baseler Ausschusses der Notenbanken und Aufsichtsbehörden bedeuteten „eine Verknappung des Kreditangebots der Sparkassen um mehr als 200 Mrd. Euro„, heißt es in einem Positionspapier des Deutschen Sparkassen- und Giroverbands (DSGV). Außerdem wären die Kreditinstitute nach Ansicht des Verbandes gezwungen, mehr kurzfristige und weniger langfristige Kredite zu vergeben. Der Privatbanken-Verband BdB warnte unterdessen vor einem Kapitalbedarf von 105 Mrd. Euro bei den zehn größten Banken Deutschlands.

Vor dem Hintergrund von Basel III sollten auch die Förderbanken ihr Angebot neu strukturieren. Alleine aus eigener Kraft werden Kreditinstitute die gestiegene Nachfrage nicht befriedigen können.

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