7. EU-Forschungsrahmenprogramm: Deutsche Konzerne kassieren ab – geringe KMU-Beteiligung

Die Europäische Kommission hat am 12. November 2010 die Zwischenbewertung des 7. EU-Forschungsrahmenprogramms (FRP) veröffentlicht. Laut Bericht hat die Beteiligung des Wirtschaftssektors weiterhin abgenommen: Sie beträgt im 7. FRP bisher 25 Prozent, gegenüber 31 Prozent im 6. FRP und 39 Prozent im 4. FRP. Die Zahlen berücksichtigen jedoch nicht die Industriebeteiligung in den Gemeinsamen Technologieinitiativen (JTIs), die mit dem laufenden FRP eingeführt wurden.

Insgesamt ist das Ziel einer KMU-Beteiligung von mindestens 15 Prozent im Spezifischen Programm Zusammenarbeit – das finanziell am besten ausgestattete Unterprogramm für Projekte in vorgegebenen Themenfeldern – knapp noch nicht erreicht worden. Die Teilnahme von KMU an einzelnen Themen dieses Programms wie NMP (Nanowissenschaften, Nanotechnologien, Werkstoffe und Produktionsverfahren), Transport, Sicherheit und Energie ist allerdings überdurchschnittlich. Schlechter ist hingegen die Wirtschaftsbeteiligung bei den Themen Gesundheit, Lebensmittel und Biotechnologie.

Unter den 50 Unternehmen, die die höchsten Zuwendungen bekommen haben, liegt Deutschland mit 14 Unternehmen – darunter u. a. SAP, Siemens und Robert Bosch – an der Spitze, gefolgt von Italien (9) und Frankreich (8).

Im Bericht werden außerdem Handlungsfelder genannt, in denen die Experten Verbesserungsbedarf sehen, u. a.:

  • Bessere Abstimmung in der Forschungspolitik bei gleichzeitiger klarer Arbeitsteilung zwischen EU-Ebene und nationalen Programmen
  • Entwicklung und Umsetzung hochwertiger Forschungsinfrastrukturen
  • Förderung der breiteren Teilnahme kleiner und großer Unternehmen, Hochschulen sowie von Forschungseinrichtungen am FRP
  • Vereinfachung, u. a. durch mehr Vertrauen gegenüber den Antragstellern und eine größere Risikotoleranz
  • Größerer Schwerpunkt auf offene Ausschreibungen
  • Aufbau von Verbindungen zwischen FRP und Strukturfonds, um eine stärkere Beteiligung von unterrepräsentierten Mitgliedstaaten zu erreichen.

Die Kommission wird den Bericht nun im Einzelnen auswerten und Anfang 2011 Vorschläge für die verbleibende Umsetzung des laufenden 7. FRP vorlegen. Die Empfehlungen der Experten werden auch in die Diskussion über die Ausgestaltung des 8. FRP berücksichtigt werden. Dafür ist für Februar 2011 ebenfalls eine öffentliche Konsultation vorgesehen.

Quelle: Europäische Kommission

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