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Kreditmediator Metternich geht an den Start


Der von der Bundesregierung ernannte Kreditmediator, Hans-Joachim Metternich, geht am 1. März 2010 an den Start.

Der Bundesminister für Wirtschaft und Technologie, Rainer Brüderle:

Ich freue mich, dass Herr Metternich nach seiner langjährigen und erfolgreichen Tätigkeit als Sprecher der Geschäftsführung der Investitions- und Strukturbank Rheinland-Pfalz (ISB) nun für die verantwortungsvolle Aufgabe des Kreditmediators zur Verfügung steht. In einer Art Roadshow wird er in den nächsten Tagen das Mediationsverfahren den Kammern und Verbänden vorstellen. Ich bin zuversichtlich, dass Ende März das Mediationsverfahren steht.

Die zentrale Aufgabe von Herrn Metternich und seinem Team wird es sein, Bank-unabhängig und neutral zwischen Unternehmen und Kreditwirtschaft zu vermitteln und die Unternehmen bei Bedarf in den verschiedenen Phasen des Mediationsverfahrens zu begleiten.

Mit dem Mediationsverfahren können kritische Punkte durch einen neutralen Dritten identifiziert, kommuniziert und im Idealfall beseitigt werden. Ziel ist es, ein einvernehmliches Ergebnis zwischen allen Beteiligten herbeizuführen.

Alle mittelständischen Unternehmen, deren Finanzierungsbemühungen zunächst nicht erfolgreich waren, können sich an Herrn Metternich wenden. Wenn sich dann herausstellt, dass ein Mediationsverfahren nicht der beste Weg ist, leitet der Kreditmediator den Fall an andere geeignete Förder- und Beratungsstellen weiter.

Um das Mediationsverfahren optimal an die Bedürfnisse der mittelständischen Wirtschaft anzupassen, wird es laufend evaluiert und – wenn nötig – verbessert. Man habe sich bewusst entschlossen, manche Einzelheiten in der Anfangsphase noch nicht zu detailliert festzulegen, so Minister Brüderle weiter.

Brüderle kündigte an, dass in einer „Art Roadshow“ in den kommenden Tagen das Mediationsverfahren den Kammern und Verbänden vorgestellt werden soll. Er sei zuversichtlich, dass Ende März das Mediationsverfahren stehe, sagte Brüderle.

Der neue Kreditmediator Hans-Joachim Metternich ist seit 1997 Sprecher der Geschäftsführung der landeseigenen Investitions- und Strukturbank Rheinland-Pfalz (ISB), die er mit aufgebaut hat. Zuvor war der heute 66-Jährige Manager im rheinland-pfälzischen Wirtschafts- und Verkehrsministerium tätig. Die ISB ist das zentrale Wirtschaftsförderinstitut des Landes.

Quelle: BMWi

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KfW-Studie zur Kreditklemme stellt fest: Vor allem kleine Unternehmen leiden unter Rationierung


Die Studie erklärt den Anstieg der Kreditablehnungsquote zwischen 2008 und 2009 vor allem durch das schlechte konjunkturelle Umfeld des Jahres 2009. Das heißt, die Banken schränken zwar aufgrund des konjunkturell bedingt gestiegenen Insolvenz- bzw. Kreditausfallrisikos ihr Kreditangebot ein. Sie tun dies aber nur in einem Maß, das auch bei konjunkturellen Veränderungen in der Vergangenheit üblich war. Insbesondere die im Branchenvergleich schlechte konjunkturelle Entwicklung im Verarbeitenden Gewerbe habe die Kreditablehnungsquote nach oben getrieben.

Die Ergebnisse des Mittelstandspanels belegen zwar keine Kreditklemme, deutlich zu erkennen sind die starken Rationierungstendenzen bei kleinen Unternehmen!

Umsatzrendite und Bonität bestimmen die Wahrscheinlichkeit für die Gewährung eines Kredites

  1. Die Umsatzrendite erweist sich als wichtiger Bestimmungsfaktor der Kreditablehnungswahrscheinlichkeit.
  2. Zentrale Bedeutung für die Kreditgewährung hat die Bonität. Die Kreditablehnungswahrscheinlichkeit für ein Unternehmen mit mittlerer Bonität ist knapp 5-mal so hoch wie die eines Unternehmens mit hoher Bonität. Unternehmen mit niedriger Bonität weisen sogar eine 16-mal höhere Kreditablehnungswahrscheinlichkeit auf als die bonitätsstarken Unternehmen.
  3. Die Effekte der Eigenkapitalquote und Gesamtkapitalrendite sind im Vergleich zur Umsatzrendite deutlich geringer.
  4. Die Personalaufwandsquote hat nur einen schwach signifikanten und auch quantitativ deutlich geringeren Einfluss auf die Kreditablehnungswahrscheinlichkeit.
  5. Die Umsatzwachstumsrate hat schließlich keinen signifikanten Effekt auf die Kreditablehnung.

Kleine Unternehmen haben strukturelle Nachteile

Die Ergebnisse belegen, dass trotz der hohen Bedeutung, die die Bonität bzw. Kennziffern wie Umsatzrendite oder Eigenkapitalquote auf die Kreditablehnungswahrscheinlichkeit haben, die Wirkung der Unternehmensgröße nicht übersehen werden darf. Dementsprechend werden sehr kleine Unternehmen unabhängig von ihrer Bonitätseinstufung immer größenbedingte, strukturelle Nachteile beim Zugang zu Investitionskrediten haben. Die Gründe:

  • Für Banken und Sparkassen werden trotz aller Standardisierungsmöglichkeiten die Prozesskosten einer Kreditbearbeitung sowie die Kosten der Risikobeurteilung bei kleinen Unternehmen im Vergleich zum ausgereichten Kreditvolumen immer sehr hoch sein und daher den Kredit tendenziell unrentabel machen
  • Darüber hinaus werden kleinere Unternehmen im Vergleich zu größeren aufgrund der eingeschränkten Diversifikationsmöglichkeiten in ihren Finanzierungsinstrumenten fast immer eine geringere Verhandlungsmacht gegenüber Kreditinstituten aufweisen

Ausblick: Das Jahr 2010 könnte für die Unternehmen problematisch werden

Verantwortlich für diese in der Nachrezessionsphase zunehmenden Schwierigkeiten kann eine im Zug der anziehenden Produktions- und Investitionstätigkeit steigende Kreditnachfrage sein. Mit dieser Nachfrage treffen Unternehmen womöglich auf Banken, die angesichts der Gefahr höherer Ausfallraten und zunehmender Eigenkapitalrestriktionen bei der Kreditvergabe zurückhaltender agieren dürften.

Fördermittel aktuell empfiehlt weiterhin (wie bereits hier), die notwendigen Mittel möglichst frühzeitig zu beschaffen!

Quelle: KfW Research Nr. 2, Februar 2010

Fördertrends 1: Steinkohlenbergbau ist der Sieger im Subventionswettlauf


Der jetzt vorliegende Haushaltsentwurf des Wirtschaftsministers spiegelt in keiner Weise die vollmundigen Ankündigungen im Koalitionsvertrag wider. Fördermittel online macht die Gewinner und Verlierer des Haushaltsentwurfes sichtbar:

2009

2010

Veränderung

Anteil

Zweckbestimmung

absolut

in %

in %

Steinkohlenbergbau

1594

1661

67

4.2

30.9

Außenwirtschaft

198

255

57

28.8

4.7

Luftfahrt

132

180

48

36.4

3.3

Informations- und Kommunikationstechnik

85

118

33

38.8

2.2

Mittelstandsförderung (ERP)

156

181

25

16.0

3.4

Energieforschung

176

186

10

5.7

3.5

Maritime Wirtschaft

94

104

10

10.6

1.9

Rationellere Energieverwendung

47

49

2

4.3

0.9

Forschungsinstitute

42

43

1

2.4

0.8

Tourismusförderung

27

28

1

3.7

0.5

Bürokratieabbau

12

12

0

0.0

0.2

F&E im Mittelstand

626

625

-1

-0.2

11.6

Wismut GmbH

154

146

-8

-5.2

2.7

DLR und Raumfahrt

1130

1115

-15

-1.3

20.7

Regionalförderung

724

674

-50

-6.9

12.5

Gesamt

5197

5377

180

100

Quelle: BMWi

Überraschender Sieger im Subventionswettlauf ist der Steinkohlenbergbau. Er ist der größte Beihilfeempfänger und konnte auch noch einmal um rekordverdächtige 67 Mio. € zulegen. Dagegen nimmt sich der Zuwachs bei der Mittelstandsförderung mit 25 Mio. € schon sehr bescheiden aus. Und die F&E-Förderung im Mittelstand stagniert sogar. Die Regional- und die Raumfahrtförderung sind auf hohem Niveau der große Verlierer.

Sind da die Weichen richtig gestellt worden? Wo werden in Zukunft Arbeitsplätze geschaffen? Wird der Bedeutung der Wirtschaftsbereiche hier auch nur annähernd Rechnung getragen?
Wohl kaum! Der Haushalt folgt tradierten Mustern und politischen Zwängen. Zero-based-budgeting wäre angesagt gewesen! So wird das nichts mit der Mittelstandsoffensive!!

Konjunkturgipfel: Kein leichterer Zugang zu Förderkrediten zu erwarten


Bei dem gestrigen Konjunkturgipfel der Bundesregierung sagte Arbeitgeberpräsident Dieter Hundt, schon jetzt seien viele Banken nicht in der Lage, „ohne weitere Maßnahmen Kredite zu angemessenen Konditionen an Unternehmen zu geben“.

Um diese Kreditengpässe zu beheben, kündigten die Banken und die Bundesregierung folgende Maßnahmen an:

  1. Deutsche Bank: Fonds einrichten, um das Eigenkapital der mittelständischen Unternehmen zu stärken
  2. Commerzbank: Zusätzlich 10 Mrd. € für Unternehmen mit einem Umsatz von 2,5 bis 500 Mio. € Umsatz
  3. Sparkassen: neues Kreditprogramm mit einem Volumen von bis zu zehn Milliarden Euro
  4. Bundesregierung: die Banken über die Staatsbank KfW von Kreditrisiken in Höhe von 10 Mrd. € zu entlasten
  5. Bundesregierung: Einsetzung eines Kreditmediators (nimmt ab 1. März 2010 Anfragen entgegen)

Einen leichteren Zugang zu Förderkrediten erwarte ich durch diese Maßnahmen nicht. Es gibt keine zusätzlichen Anreize für die Kreditinstitute Anträge durchzuleiten. Der Kreditmediator nimmt auch erst ab 1. März 2010 seine Arbeit auf. Die Hürde Hausbank lässt sich so für viele Unternehmen nicht überwinden!

Damit haben die Banken und die Sparkassen das lästige Thema „Förderkredite“ erst einmal beiseite geschoben. Und da wird es, so ist meine Befürchtung, auch die nächsten Monate bleiben. Trotz der vollmundigen Ankündigungen des neuen Wirtschaftsministers, ein entschlossenes Handeln sieht anders aus.

KfW erhöht die Zinsen


Mit der Einführung des neu entwickelten Risikogerechten Zinssystems (RGZS) zum 01.12.2009 erhöht die KfW die Zinskonditionen in wichtigen Programmen. Zum Beispiel erhöhte sich der maximale Zinssatz bei dem ERP-Umwelt- und Energieeffizienzprogramm um 0,1 %. Nicht viel, aber es unterbleibt aber jeder Hinweis auf diese versteckten Erhöhungen.

Eine Begründung für diese Erhöhungen wäre interessant. Hat doch die KfW im letzten Quartal wieder hervorragend verdient. Wird hier die Aufgabe als Förderbank verantwortlich wahrgenommen?

Kreditklemme: Bundesregierung setzt Kreditmediator ein


Das Geld erreicht die Firmen nicht

Nach einer Studie des Ifo-Wirtschaftsforschungsinstituts nennt fast die Hälfte der deutschen Unternehmen die Kreditversorgung „restriktiv“. Merkel kritisiert, die Banken und Sparkassen seien zu zögerlich bei der Vergabe der mit dem Deutschlandfonds bereitgestellten Kreditmittel. Insbesondere bei den unternehmerischen Prognosen für die antragstellenden Firmen verhielten sich die Institute übervorsichtig.

Diese Zurückhaltung der Banken bremst die Erholung der Wirtschaft aus: Die fehlenden Mittel hemmen erfolgversprechende Investitionen der Unternehmen – und damit ihre Chancen, die Krise zu überwinden.

Ein Vermittler soll helfen

Die Bundeskanzlerin kündigte an, die Bundesregierung werde deshalb einen Kreditmediator einsetzen. Den sollen Unternehmen bei Schwierigkeiten mit Darlehensanträgen als Vermittler anrufen können. Außerdem soll der Mediator den Zugang zu Bürgschaften erleichtern. Die Länder forderte sie auf, ebenfalls entsprechende Stellen einzurichten.

Quelle: Bundesregierung

KfW-ifo-Mittelstandsbarometer: Geschäftsklima im Mittelstand hellt sich deutlich auf


Im Oktober verbesserten sich nahezu alle Teilindikatoren des KfW-ifo-Mittelstandsbarometers. Im Branchenvergleich besonders erwähnenswert ist hierbei abermals die Erholung im Verarbeitenden Gewerbe, in dem sich das Geschäftsklima im Mittelstand deutlich (+4,6 Zähler auf -9,1 Saldenpunkte) und bei den Großunternehmen etwas verhaltener (+2,6 Zähler auf -20,7 Saldenpunkte) aufhellt. Die Normalisierung der Industrie über die letzten acht Monate bildet, gemeinsam mit der Erholung beim Großhandel, auch die wesentliche Erklärung für den Anstieg des Gesamtindikators seit den historischen Tiefpunkten im März 2009.

Dr. Norbert Irsch, Chefvolkswirt der KfW Bankengruppe, bemerkte zu der jüngsten Ausgabe des KfW-ifo-Mittelstandsbarometers in Frankfurt:

„Die deutliche Verbesserung des Geschäftsklimas im Oktober zeigt, dass die konjunkturelle Erholung sich auch im Mittelstand weiter fortsetzt. Insbesondere aufgrund der Erholung im Verarbeitenden Gewerbe rechnen wir für die kommenden Monate mit einer Fortsetzung dieses erfreulichen Trends. Die aktuell ermutigenden Zahlen vom Arbeitsmarkt sollte man nicht überbewerten. Gemeinsam mit den derzeit schon schwierigen und sich möglicherweise noch weiter verschlechternden Finanzierungsbedingungen bleibt der befürchtete Anstieg der Arbeitslosenzahlen weiterhin das größte Risiko für die Konjunktur im kommenden Jahr.“

Quelle: KfW

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